Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS
8-918).
Auch private Krankenversicherungen übernehmen i.d.R. die Kosten
(gemischte Krankenanstalt).
Postdiskektomiesyndrom
chronisches Postdiskektomiesyndrom
Die Bezeichnungen
Nukleotomie,
Diskotomie
oder auch
Diskektomie
werden für die Operation bzw. Entfernung eines
Bandscheibenvorfall
s verwendet. Den gleichen Operationszweck erfüllt die
Laminektomie, wobei aber ein oder mehrere Wirbelbögen entfernt werden.
Die perkutane
Discektomie ist ein mikrochirurgisches, gering invasives
(= mit geringer Verletzung der Körperintegrität einhergehendes)
Verfahren, bei dem die Bandscheibe mit Hilfe einer eingeführten Faßzange mit
Saugvorrichtung unter endoskopischer Sicht (=
durch Spiegelung) vorgenommen wird.
Für die Schmerztherapie ist eine
Diskektom
ie deshalb relevant, weil nach einer solchen Operation leider häufig hartnäckige
Schmerzustände verbleiben, das sogenannte
Postdiskektomiesyndrom.
Das
Postdiskektomiesyndrom wird auch als Postd
iskotomiesyndrom
bezeichnet, unabhängig davon, ob
es mit einer pseudoradikulären oder radikulären Symptomatik (=
Krankheitszeichen die auf eine scheinbar oder tatsächlich geschädigte
Nervenwur zel zurückzuführen sind)
einhergeht. Nahezu gleiche Krankheitszeichen können auch beim
Postnukleotomie-Syndrom
bestehen.
Zwischenzeitlich faßt man anhaltende Schmerzzustände nach (auch mehrfachen)
Wirbelsäulenoperationen (Bandscheibe, aber auch operative Versteifungen) mit
dem Begriff „Failed
back surgery Syndrom" (FBSS) (=
Krankheitszeichen nach fehlgeschlagener Wirbelsäulenoperation)
zusammen.
Ursachen für das Postdiskektomiesyndrom:
Schlechte bzw. falsche Operationsanzeige,
Operation in falscher Wirbelsäulenhöhe,
ungenügende Entlastung der Bandscheibe,
En tzündungen an Wirbelkörper (Spondylitis) und angrenzender Bandscheibe (Discitis) (wenn beide Strukturen entzündet sind: Spondylodiscitis),
verletzungsbedingte Blutansammlung außerhalb der Gefäße (Hämatom),
Verbindungsgang zum Hirnwasser (Liquorfistel), fehlerhafte Vereinigung von Knochenteilen (fehlerhafte Osteosynthese)
u.a.m.
Drohende
Spätkomplikationen nach Diske
ktomie:
Instabilität der Wirbelsäule, die u.U. eine
Spondylodese (=
operative Versteifung) erforderlich
macht, krankhafte Bindegewebsvermehrung nahe des Rückenmarks (epidurale Fibrose),
bindegewebsartige Verwachsungen der das Rückenmark auskleidenden
„Spinnengewebshaut“ (adhäsive Arachnoiditis), Wiederauftreten
einer Bandscheibenausstülpung (Diskushernienrezidiv), u.a.m..
Wie
kann einem
Postdiskektomiesyndrom vorgebeugt
werden?
Nur durch eine korrekte Indikationsstellung (=
Begründung, Anzeige, unter Abschätzung des möglichen Nutzens und Risikos)
für den ersten operativen Eingriff
nach genauer Klärung der Schmerzursache.
Als Grund für eine
Diskektom
ie ist
mittlerweile das Krankheitszeichen "Rückenschmerz" oder „Kreuzschmerz“
in den Hintergrund getreten. Als relative Indikation
(= Anzeige) gelten allenfalls
unerträgliche, therapieresistente
(=
nichts hilft)
Rückenschmerzen.
Leider sehen wir in unserer
Schmerzklinik relativ häufig Patienten nach einer
Diskektom
ie.
Man fragt sich natürlich zu Recht, warum wurde eine
spezielle Schmerztherapie nicht
vorher versucht ??
Wissenschaftlich
ist ein gesundheitlicher Vorteil durch Ban
dscheiben-Operationen ohnehin nicht belegt
Berlin, 25.10.2007. Wirbelsäulen-Operationen sind auch bei Fachleuten
umstritten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der weltweiten
Literatur, die Orthopäden aus Düsseldorf beim diesjährigen Kongress für
Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin vorstellten. "Kurzfristig können
Operationen bei Bandscheibenvorfällen an der Lendenwirbelsäule helfen, mittel- und
langfristig sind die Ergebnisse von operierten und nicht-operierten Patienten
gleich", sagte Prof. Dr. med. Peter Wehling vom Zentrum für Molekulare
Orthopädie am Donnerstag in Berlin nach Auswertung von circa 1.200
Publikationen. Zu diesem Schluss kommt zum Beispiel die weltweit größte
klinische Studie bei 1244 Bandscheibenpatienten. "Die verschiedenen Studien
machen deutlich, dass es beim Bandscheibenvorfall keine Standardtherapie gibt.
Vielmehr ist ein individuell auf jeden Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept
auf Basis einer gründlichen Diagnostik gefragt", sagte Wehling.
http://idw-online.de/pages/de/news232256
Das
Schmerzgeschehen bei einem
Postdiskektomiesyndrom wird von den Patienten unterschiedlich geschildert.
Meist verbleibet ein schon vor der Operation aufgetretener
Rückenschmerz
mit Ausstrahlung ins Bei n, bzw. treten nach einer gelinderten Phase wieder
voll auf, teilweise sogar noch verstärkt, zusätzlich häufiger auch ein
Leistenschmerz
und/oder Beinschmerz,
oft gemischt pseudoradikulär-radikulär
(=auf eine scheinbar oder tatsächlich geschädigte Nervenwur
zel zurückzuführen).
Beim
Postdiskektomiesyndrom
kommen oft
Schmerzen beim Vornüberneigen hinzu.
Spezielle Schmerztherapie beim
Postdiskektomiesyndrom:
Zur Behandlung eignen sich folgende Maßnahmen, wobei Dauerschmerzen
praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren
erfordern:
Medikamentöse
Schmerzbehandlung:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und
magen
schonende wie z.B.
Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B.
Parecoxib oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon
andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Entspannung von
Muskeln) (z.B.
Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände nur mit zentral wirkenden
Analgetika ((z.B. Tramadol,
Tilidin, Oxycodon (Tilidin
oder Oxycodon auch kombiniert mit Naloxon) oder Morphin)) (= im
Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber gerade bei diesem Schmerzsyndrom
eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva (= Mittel gegen Depression, aber
auch bei diesen Sch
merzen hilfreich) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) oder auch
Neuroleptika hilft in vielen
Fällen
Schmerzmittel
einzusparen.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika) beim
Postdiskektomiesyndrom:
Bei einem anhaltenden
Schmerz nach Diskektom
ie sollten rechtzeitig
alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne
jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie
mit einem lang wirkenden örtlichen
Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen
Betäubungen und Nervenblockaden.
Infiltrative
Lokalanästhesie (= Infiltration
mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Die einfachste diesbezügliche
Schmerztherapie im Rückenbereich besteht in der örtlichen Infiltration der
meist verspannten, an die Wirbelsäule angrenzenden Musku
latur. Je nach
segmentaler Ausdehnung reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5% völlig
aus. Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von
Triggerpunkten (= kleine Reizzonen
hpts. in der Mus kulatur) nach
vorheriger Identifizierung derselben.
Periphere
temporäre (= oberflächliche,
zeitlich begrenzte)
Nervenblockaden:
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie von
Schmerzausstrahlungen eignen sich bei
Rückenschmerzen Blockaden
(= Betäubungen)
der korrespondierenden Nervenwu
rzeln (=
im Schmerzbereich befindliche Nervenaustrittstellen neben der Wir
belsäule).
Im Bereich der Be
ine können bei
entsprechender radikulärer oder pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung
(= Schmerz der auf eine tatsächlich oder scheinbar geschädigte
Nervenwur
zel zurückzuführen ist)
der vordere Oberschenkelnerv (N. femoralis) und / oder der Ischiasnerv
wiederholt blockiert werden, in hartnäckigen Fällen
kontinuierlich mit
Katheter (* siehe unten).
Bei Schmerzausstrahlung in den Bereich des seitlichen und inneren
Oberschenkels gelingt mit der sog. 3-in-1-Variante die zusätzliche Betäubung
der Nerven obturatorius und cutaneus femoris lateralis.
Die
lumbale Periduralblockade (=
rückenmarknahe Betäubung im Lendenbereich),
insbesondere
kontinuierlich
mit Katheter*, ist eine sehr effektive Therapiemaßnahme
beim
Postdiskektomiesyndrom, die allerdings nur unter stationären
Bedingungen durchgeführt werden sollte. Bei technischer Beherrschung, adäquater
Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der hygienischen Belange kann das
Risiko als vertretbar eingestuft werden.
Wenn eine Periduralblockade technisch schwer oder nicht durchführbar ist
(z.B. bei Mißbildungen, Zustand nach operativer
Wirbelsäulenversteifung
usw.), bietet sich besonders bei Störungen im Bereich des Plexus sacralis
(= Nervengeflecht im Bereich des Kreuzbeins) die sog. Kaudalanästhesie
(= rückenmarknahe Betäubung durch einen Kanal im Kre
uzbein hindurch)
an, die auch mit Katheter* möglich ist, sofern dieser wegen der der
Gefahr einer En
tzündung seitlich unter der Haut mittels einer
Untertunnelung weggeführt wird. Erhöht man die Menge des örtlichen Betäubungsmittels
(z.B. 20-25ml Bupivacain 0,1 bis 0,15 %) kann auch der obere Len
denbereich
erreicht werden.
Statt mit einem örtlichen Betäubungsmittel können die aufgeführten, rückenmarknahen
Blockaden auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt werden,
allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit
hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger ausgeprägt.
Bei sehr schweren und sonst kaum behandelbaren
Rückenschmerzen einschließlich
Ausstrahlung in die Le
isten oder Bei
ne kann zur Durchführung rückenmarknaher
Blockaden auch eine kleine Schmerzpumpe unter die Haut gepflanzt
werden. Das Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann in bestimmten Zeitabständen
durch die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze wieder aufgefüllt.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird über einen Zeitraum von z.B. 10-14 Tagen ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert, die einer Schmerz entstehung im operationsbedingten Narbengewebe entgegen wirkt. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.
Physikalische
Therapie beim
Postdiskektomiesyndrom:
Auch eine Elektrostimulation kann bei Rüc
kenschmerzen eine
Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation
mit Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß
sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden
werden paarig neben der Wi rbelsäule im Schmerz
bereich aufgeklebt. Durch Veränderung
der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung
optimiert werden. Die elektrische epidurale Rückenmarksstimulation
erfordert eine strenge Patientenauswahl.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist bei
Schmerzen nach Diskektom
ie
die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir
verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10
bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit Schmerzen nach
Diskektom
ie (gilt auch allgemein für Rücke
nschmerzen)
empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser
wirksam. Warme Bäder können ebenfalls ebenfalls einen Rüc
ken- bzw.
Kreuzschmerz lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch beim
Postdiskektomiesyndrom
nicht immer sinnvoll.
Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter
schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen
Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber beim
Postdiskektomiesyndrom die heilgymnastische
Therapie, da meist nur diese geeignet ist, einen ärztlichen
Behandlungserfolg zu sichern und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt
es, die Musku latur neben der Wi
rbelsäule zu trainieren, da auf Dauer nur
eine kräftige/suffiziente Musku
latur eine statische und dynamische Schwäche
des Achsenorgans kompensieren kann.
Andere
Therapiemaßnahmen beim
Postdiskektomiesyndrom:
Der Vollständigkeit halber darf
Akupunktur gegen
einen Schmerz nach Diskektom
ie nicht unerwähnt bleiben. Auch eine
Magnetfeldtherapie
kann hilfreich sein.
Wichtig sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und
Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle
Ergotherapie bzw. Rückenschule).
Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten Übungen zur
Lockerung der Musku
latur erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln wie z.B. stabilisierende Korsette sollten
dem Orthopäden vorbehalten sein.
Hypnoide (= bewußtseinsverändernde)
Verfahren wie autogenes Training
oder progressive Relaxation nach Jakobson sind eine sinnvolle Ergänzung der
Gesamtstrategie, da auch sie zu einer muskulären Entspannung führen, ebenso Biofeedback (= Registrierung
und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Psychotherapeutische Interventionen
(psychologische
Schmerztherapie) können beim ausgeprägten „Psychosomatischen Schmerz“ angezeigt sein,
da auch verdrängte Konflikte muskuläre Verspannungen und Schmerzen verstärken
können.
Bei einem längerfristig bestehenden Postdiskektomiesyndrom ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen, ebenso Anleitungen zur Schmerzbewältigung.
Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)). Der Kläger hatte die Kur noch während des laufenden Prozesses in der von ihm bevorzugten Einrichtung auf eigene Kosten angetreten. Seine Krankenkasse wurde dazu verurteilt, ihm die Kosten für die Kur zu erstatten.
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